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Historie


Die Marien Apotheke kann auf eine 300-jährige Vergangenheit zurück blicken:
Liebe Kunden und Interessierte,

300 Jahre Geschichte der Marien Apotheke sind auch ein Stück Stadtgeschichte. Mit Hilfe von Apotheker Dr. Wankmüller und dem Genealogen FriedrichFriedrich Wollmershäuser wurde versucht, das wechselhafte Geschick dieser Apotheke aufzuzeichnen.

Historie Marien-Apotheke
In der über tausendjährigen Geschichte Ehingens hatten die Ärzte die Versorgung der Bevölkerung auch mit Medikamenten inne, bis am 28. 7. 1713 der Apothekergeselle Mennas Menne das Bürgerrecht der Stadt Ehingen erhielt und sich im gleichen Jahr als Apotheker niederließ. Beim großen Stadtbrand im Jahre 1749 brannten durch die Unachtsamkeit eines einquartierten Eselsknechts über 100 Gebäude in der oberen Stadt ab, darunter auch die Mennesche Apotheke. Mennas Menne verkaufte die Brandstätte an die Stadt, die darauf ein Ständehaus baute, das heutige Amtsgericht.


Historie Marien-Apotheke
Menne errichtete wiederum am Marktplatz, an einer heute nicht mehr bekannten Stelle, seine neue Apotheke. 1764 verkaufte er sie nach 51jähriger Tätigkeit an den Apotheker Franz Josef Sulzer, der dann 1770 eine „Behausung zwischen Traubenwirt und Beck Matter“ für 800 Gulden erwarb und dorthin „mit seinen Gerätschaften“ umzog. Seit diesem Jahr befindet sich an dieser Stelle die heutige Marien Apotheke. Schon zwei Jahre später verstarb Sulzer.

Seine Witwe führte fünf Jahre lang die Apotheke mit Hilfe des Provisors Siggle weiter. Da dieser auch dem Chirurgenhandwerk nachging, kam es zu häufigen Reibereien mit dem Apotheker Schmidt, der 1751 die Löwen-Apotheke gegründet hatte. So verkaufte die Witwe Sulzer schließlich die Apotheke an Mathäus Bechtle.

Über Mathäus Bechtle, einen Ehinger Bürgersohn, berichten die Archive nicht nur, dass er „eine Jungfrau geschwängert habe und nicht zahlen will“, sondern auch, dass er seinen Ratenzahlungen aus dem Kauf einer zweiten Apotheke in Waldkirch nicht nachkam, was 1783 zur Zwangsversteigerung seiner Ehinger Apotheke führte.



Kaufvertrag Kneissle Schmidt
Erwerber war der Bregenzer Apotheker Nepomuk Flatz, dessen Witwe 1797 die Apotheke an Apotheker Kneisle verkaufte, der sie nach 35 Jahren ausgerechnet an seinen Konkurrenten Anton Schmidt, den Löwen-Apotheker, veräußerte. Heute kaum noch vorstellbar ist das in den Kaufvertrag für den Verkäufer aufgenommene Recht, im Arzneikeller weiterhin Krautstauden und Erdäpfel lagern und das Labor „ohne ein Hindernis für die Apotheke zu erregen“ zum Wäschewaschen benützen zu dürfen. Da Anton Schmidt der Auffassung war, dass für Ehingen eine Apotheke genüge, schloss er die gekaufte Apotheke, doch sein Sohn Franz Xaver Schmidt eröffnete sie 1843 wieder, sicher nicht zur Freude seines Vaters.



Zeitungsausschnitte der Wiedereröffnung der Apotheke unter Xaver Schmidt
Im Jahr 1843, in dem Apotheker Xaver Schmidt die Apotheke wieder eröffnete, wurde der Nobelpreisträger Robert Koch geboren, der Begründer der modernen Bakteriologie und Mikrobiologie. Er leistete grundlegende Beiträge zur Infektionslehre und entdeckte unter anderem den Erreger der Tuberkulose. Ein Mikroskop, wie es zur damaligen Zeit auch von Robert Koch zur Anwendung kam, befindet sich heute noch im Besitz der Marien Apotheke.

Nicht nur die Besitzer, sondern auch die Hausnummern der Marien Apotheke wechselten des Öfteren. Bei Franz Xaver Schmidt hatte das Haus die Adresse Hauptstraße 37, und als im Jahre 1869 Apotheker Emil Grauer die Apotheke kaufte, hatte das Haus die Nummer 128 und wurde in der Übernahmeanzeige als „Obere Apotheke“ bezeichnet.



Obere Apotheke Ehingen
Nur sechs Jahre später erwarb Apotheker Otto Fischer 1875 für 40 000 Gulden die Apotheke und verkaufte sie 1883 an Apotheker Clemens Ruggaber. Apotheker C. Ruggaber nutzte besonders rührig die damals noch erlaubte Möglichkeit.



Vino Barbera
Herr und Frau Ruggaber
Aus der Ruggaberschen Zeit der Apotheke stammt auch eine Begebenheit, die nicht nur Einblicke in damalige sanitäre Verhältnisse gibt, sondern auch wegen ihres „köstlichen“ Inhalts wiedergegeben werden soll. Die Obere Apotheke hatte zu dieser Zeit zusammen mit dem Haus Schlecker und Haus Weinmann einen gemeinsamen Abort im Hinterhof, dessen Reinigung in einem Vertrag folgendermaßen geregelt und sogar im Grundbuch verankert wurde:

„Witwe Fischbach, als Besitzerin von Haus Nr. 127 B (heute Gebäude Schlecker Bahnhofstraße) verpflichtet sich die Winkel und Abtrittreinigung, sowie das Einstreuen der Abtritte mit Stroh und Sägemehl zu übernehmen und für alle Zukunft zu besorgen.
Die Reinigung hat so oft dies notwendig erscheint zu erfolgen, die Abtritte insbesondere im Sommerhalbjahr alle 14 Tage und im Winterhalbjahr mindestens alle vier Wochen.“
Dafür erhielt sie dann den anfallenden Dünger.

Als Ruggaber 1899 starb, wurde die Apotheke im Auftrag seiner Witwe durch den Verwalter Albert Bayer betrieben. Inzwischen hatte die Tochter von Apotheker Ruggaber geheiratet, und zwar den Apotheker Johann Händel. Sie kaufte ihrer Mutter und Schwester die Erbteile an der Apotheke ab und so führte J. Händel ab 1906 die sogenannte Obere Apotheke.

Nur 9 Jahre später 1915 verstarb der erst 49jährige Händel. Seine Witwe heiratete in den letzten Jahren des Krieges Apotheker Ernst König. Er benannte die bisherige Obere Apotheke in Marien Apotheke um.



Historie Marien-Apotheke Apotheker Händel mit seiner Frau
1928 kaufte Apotheker Josef Adam Baur die Marien Apotheke für 105 000 Goldmark und übernahm die auf der Apotheke lastende Hypothek. Er hatte in der Löwen-Apotheke gelernt und dann in Erlangen studiert.



Josef Baur mit Frau Sybille und dem zukünftigen Apotheker Helmut Baur
Ab 1945 verpachtet er die Apotheke an seine Schwiegertochter, die Apothekerin Charlotte Baur. 1954 übergab er sie an seinen Sohn Helmut. Von da an führten Sie die Apotheke gemeinsam.
Charlotte und Helmut Baur hatten 1940 und 1939 jeweils ihre pharmazeutische Approbation nach Abschluss ihres Universitätsstudiums erhalten. So wurde die Marien Apotheke zum ersten Mal in ihrer Geschichte von einem Apothekerehepaar betrieben. Im Laufe der Zeit wurden die Innenräume verändert und auch die Außenfassade dem damaligen Zeitgeschmack angepasst.



Marien-Apotheke um 1967 in der Hauptstraße Familie Baur mit ihren Töchtern
1980 übernahm Apothekerin Irmgard Baur-Bühler, ihre Tochter, die Marien Apotheke und führe sie zusammen mit Apotheker Helmut Plettl.



Team Marien Apotheke

2017 im März hat Apothekerin Karin Kriwanek die Marien Apotheke übernommen.

300 Jahre Marien-Apotheke in Ehingen – eine Chronik

1713 Gründung der ersten Apotheke Apotheker Mennas Menne
1764 Apotheker Franz Josef Ulzer übernimmt die Marien-Apotheke
1770 Umzug in das heutige Haus der Marien-Apotheke
1773–1783 Apotheker Mathäus Bechler (Inhaber)
1783–1797 Apotheker Nepomuk Flatz (Inhaber)
1797–1832 Apotheker Kneisle (Inhaber)
1843–1870 Apotheker Xaver Schmidt (Inhaber)
1870–1875 Apotheker Emil Gauer (Inhaber)
1875–1883 Apotheker Otto Fischer (Inhaber)
1884–1899 Apotheker Clemens Ruggbauer (Inhaber)
1899–1906 Apotheker Albert Bayer (Verwalter)
1906–1915 Apotheker Johann Händel (Inhaber)
1918–1928 Apotheker Ernst König (Inhaber)
1928-1953 Apotheker Josef Baur
1954-1979 Apothekerin Charlotte Baur und Apotheker Helmut Baur
1980-2017 Apothekerin Irmgard-Baur-Bühler
Ab 2017 Apothekerin Karin Kriwanek
Tel.: 07391/62 50
Fax: 07391/7 13 89
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